Data Champion Award 2026

Der mit 1.500 Euro dotierte Data Champion Award 2026 geht an die Wissenschaftlerinnen Dr. Anne Speer, Charlotte Brandhorst (beide Universität Bremen / Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt) sowie Leonie Wolfrath (Universität Mannheim). Das interdisziplinäre Datenkompetenzzentrum DataNord prämiert damit ihr Datenprojekt zur RISC-Milieutypologie, die am FGZ an der Universität Bremen entwickelt wurde.

Das sind die drei Data Champions 2026 in der Mitte v.l.n.r.: Dr. Anne Speer, Charlotte Brandhorst und Leonie Wolfrath mit Prof. Dr.-Ing. Rainer Fechte-Heinen (links), Vorsitzender der UBRA und Moderator des Abends sowie DataNord-Sprecher Prof. Dr. Rolf Drechsler (rechts)   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance

Ein Werkzeug wird nutzbar gemacht

Die RISC-Milieutypologie wurde im Forschungsprojekt „Milieukonflikte um den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ am SOCIUM der Universität Bremen entwickelt. Sie analysiert soziale Gruppen, Werte und Konfliktlinien.

Die Preisträgerinnen haben dieses Instrument für die Nutzung aufbereitet und geöffnet. Grundlage bildet unter anderem das German Social Cohesion Panel (SCP), dessen Daten im Forschungsdatenzentrum des FGZ nach FAIR-Prinzipien bereitgestellt werden. Ergänzend entwickelten sie Anwendungen, die den Zugang auch für die Öffentlichkeit öffnen.

Gesellschaft neu vermessen

Die Analysen zeigen ein differenziertes Bild unserer Gesellschaft.

„Die Gesellschaft ist nicht in zwei Gruppen polarisiert, sondern vielmehr in mehrere verschiedene Gruppen fragmentiert. Entscheidend ist, dass wir dabei nicht nur Werte, sondern auch sozioökonomische Positionen einbeziehen und diese Zusammenhänge durch offen zugängliche Daten und Methoden transparent und nachvollziehbar machen“, erklärt Dr. Anne Speer.

Die Typologie verbindet sozioökonomische Lebenslagen mit Wertorientierungen und macht sichtbar, wie unterschiedlich gesellschaftliche Gruppen geprägt sind und wo Konflikte entstehen. Gleichzeitig ermöglicht die offene Bereitstellung der Daten und Methoden, diese Analysen nachzuvollziehen, zu überprüfen und in eigenen Studien weiterzuführen.

Offenheit verändert Forschung

Hier liegt der zentrale Beitrag des Projekts: die Aufbereitung und Öffnung der Daten. Durch die Bereitstellung der Replikations- und Klassifikationsmaterialien ist die RISC-Milieutypologie frei verfügbar. Forschende können den Klassifikationsalgorithmus kostenfrei nutzen und anhand der Dokumentation nachvollziehen, wie die Milieus gebildet werden.

„Andere Forschende können unsere Vorgehensweise kritisch hinterfragen und zur Weiterentwicklung beitragen“, erläutert Charlotte Brandhorst.

Während entsprechende Klassifikationen bislang häufig kostenpflichtig und nicht transparent waren, ist ihre Nutzung nun frei möglich. Das erleichtert den Zugang und stärkt den wissenschaftlichen Austausch.

Verleihung des Data Champion Awards 2026

© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
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Zugang für eine breite Öffentlichkeit

Der Transfer zwischen Forschung und Gesellschaft ist ein weiterer Aspekt, der die Jury überzeugte. Zwei interaktive Anwendungen machen die Forschung unmittelbar erfahrbar. Sie ermöglichen es, die eigene gesellschaftliche Position einzuordnen und Unterschiede zwischen Milieus zu erkunden. 

Leonie Wolfrath, die als studentische Hilfskraft im Projekt gearbeitet hat und mittlerweile für ihren Master in Mannheim lebt: „Wir haben schon viele Rückmeldungen von Menschen bekommen, wie gut die Beschreibungen des eigenen Milieus zur Lebensrealität passen.“

Die Anwendungen werden bereits in der Lehre eingesetzt und stoßen auf großes öffentliches Interesse.

Relevanz für Wissenschaft und Gesellschaft

Das Projekt zeigt, wie Daten helfen, den Zusammenhang zwischen sozialen Lagen, Werten und gesellschaftlichen Konfliktlinien besser zu verstehen. Es schafft eine fundierte Grundlage für die Analyse gesellschaftlicher Dynamiken und stärkt Transparenz in Zeiten wachsender Wissenschaftsskepsis.

Perspektivisch sollen neue Formate wie ein Milieudialog den Austausch zwischen gesellschaftlichen Gruppen fördern.

Auszeichnung und nächste Schritte

„Mit dem Preisgeld werden wir die Teilnahme an Konferenzen, Workshops und Summer Schools finanzieren“, so die Preisträgerinnen.

Die Anwendungen und Datenressourcen werden kontinuierlich weiterentwickelt und langfristig verfügbar gehalten. Im Fokus steht, wie sich soziale Milieus über die Zeit verändern und was das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedeutet.

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie ein FAIRer Umgang mit Forschungsdaten konkret Wirkung entfaltet. Offene Daten und Methoden machen Analysen zu sozialen Milieus und gesellschaftlichen Konfliktlinien nachvollziehbar und stärken Vertrauen in Wissenschaft. Gleichzeitig können Forschende die Milieutypologie direkt nutzen und weiterentwickeln – als Grundlage für Forschung sowie für fundierte gesellschaftliche und politische Debatten.

Weitere Informationen: Den Milieu-Rechner sowie die interaktive Milieugrafik findet man online unter https://fgz-risc-data.de/interaktive-tools/milieu-rechner/#

Was ist der Data Champion Award?

Der Data Champion Award wird jährlich von DataNord vergeben. Er würdigt herausragende Leistungen im Bereich der Forschungsdaten und besonderes Engagement für einen FAIRen Umgang mit Daten. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und unterstützt Ausgaben im Bereich datenintensiver Wissenschaft, Data Science und Forschungsdatenmanagement. Die Auszeichnung würdigt nicht nur individuelle Leistungen, sondern setzt auch Anreize für Innovation im Umgang mit Forschungsdaten.

Eindrücke der Verleihung

© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
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Interview mit den Data Champions 2026

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Data Champion Award 2025

Der Data Champion Award 2025 wurde an Dr. Steven Franke, Dr. Veit Helm und Dr. Daniel Steinhage vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung für die gemeinsame Entwicklung des „Radar Data Viewer“ verliehen.

In DataNord kooperieren

Alfred-Wegener-Institut
BIBA
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
Deutsches Schifffahrtsmuseum
DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen
DLR Institut für Raumfahrtsysteme
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Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme
Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin
Hochschule Bremen
ifib
Leibniz-Institut für Präventionsforschung
Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung
Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie
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