Am 15. April 2026 wurde die Kassenhalle im Forum am Domshof in Bremen zum zentralen Treffpunkt der nordwestdeutschen Forschungsdaten-Community: Der Tag der Forschungsdaten, ausgerichtet von der U Bremen Research Alliance und dem Datenkompetenzzentrum DataNord, war vollständig ausgebucht und brachte Akteur:innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammen.

Im Mittelpunkt standen die Dateninitiativen der Region Bremen-Oldenburg sowie die Frage, wie ein leistungsfähiges und verantwortungsvolles Forschungsdatenmanagement die Grundlage für Innovation, Künstliche Intelligenz und gesellschaftliche Entscheidungsfähigkeit stärkt. Deutlich wurde: Der Nordwesten verfügt über einen eng vernetzten, leistungsstarken Forschungsdatenraum, der institutionenübergreifend gedacht und gestaltet wird.

Mit Impulsvorträgen, der Verleihung des Data Champion Award 2026 und einer Podiumsdiskussion bot die Veranstaltung eine Plattform für Austausch und strategische Vernetzung. Das große Interesse zeigt die wachsende Relevanz des Themas – und unterstreicht zugleich, was den Wissenschaftsstandort Bremen-Oldenburg auszeichnet: gelebte Kooperation, kurze Wege und das gemeinsame Ziel, datenbasierte Lösungen für zentrale Zukunftsfragen zu entwickeln.

Triff den Datenraum Nordwest

Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner begrüßte die Teilnehmenden der Abendveranstaltung herzlich im Namen der U Bremen Research Alliance und DataNord, dem interdiziplinären Datenkompetenzzentrum für die Region Bremen.

Staatsrätin Karolina Kumar von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft betonte die gesellschaftspolitische Relevanz von Daten und Datenkompetenzen:  

„Demokratie braucht valide Daten. Datenkompetenz ist eine Grundlage für evidenzbasierte Politik und damit für gesellschaftlichen Mehrwert. Der Nordwesten zeigt, wie durch enge Kooperation zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft leistungsfähige und vertrauenswürdige Datenräume geschaffen werden.“

Prof. Dr. Michal Kucera, Konrektor für Forschung und Transfer der Universität Bremen hob im Zusammenhang des Datenkompetenzerwerbs das Trainingsprogramm "Data Train" hervor. Es stattet Nachwuchswissenschaftler:innen und Studierende mit grundlegenden Kompetenzen in den Bereichen Forschungsdatenmanagement und Datenwissenschaft aus.

Christina Beckers, Teamleitung Informationsinfrastrukturen, Forschungsinformationssystem, Referat Forschung und Transfer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, betonte die wachsende Komplexität von Forschungsinfrastrukturen und die Notwendigkeit, diese nachhaltig zu gestalten. Gleichzeitig verändern sich rechtliche Rahmenbedingungen. Datenkompetenz und Datensouveränität sind zentrale Elemente der Oldenburger Strategie, unterstützt durch Repositorien, Open Science und ein Zentrum für KI- und Data-Science-Methoden. Angesichts dieser gemeinsamen Herausforderungen ist die enge Kooperation zwischen Bremen und Oldenburg besonders wichtig.

Eröffnung und einführendes moderiertes Gespräch

Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
Staatsrätin Karolina Kumar von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
Prof. Dr. Michal Kucera, Konrektor für Forschung und Transfer der Universität Bremen.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
Christina Beckers, Teamleitung Informationsinfrastrukturen, Forschungsinformationssystem, Referat Forschung und Transfer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  

Verleihung des Data Champion Awards 2026

Das sind die drei Data Champions 2026 in der Mitte v.l.n.r.: Dr. Anne Speer, Charlotte Brandhorst und Leonie Wolfrath mit Prof. Dr.-Ing. Rainer Fechte-Heinen (links), Vorsitzender der UBRA und Moderator des Abends sowie DataNord-Sprecher Prof. Dr. Rolf Drechsler (rechts)   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
Dr. Anne Speer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  

Der mit 1.500 Euro dotierte Data Champion Award 2026 geht an die Wissenschaftlerinnen Dr. Anne Speer, Charlotte Brandhorst (beide Universität Bremen / Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt) sowie Leonie Wolfrath (Universität Mannheim). Das interdisziplinäre Datenkompetenzzentrum DataNord prämiert damit ihr Datenprojekt zur RISC-Milieutypologie, die am FGZ an der Universität Bremen entwickelt wurde.

Vorstellung Datenraum Nordwest

Die Nordwest-Region hat einen leistungsstarken Forschungsdatenraum aufgebaut, der sich sich in einer zweiteiligen Übersichtsgrafik präsentiert. Ziel dieses Projekts ist es, eine greifbare Übersicht der regionalen Forschungsdateninitiativen bereitzustellen und standortübergreifend Vernetzung zu fördern. Gemeinsam schaffen die Dateninitiativen in der Region verlässliche Strukturen für nachhaltiges Forschungsdatenmanagement, sicheren Datenzugang und institutionenübergreifende Zusammenarbeit nach den FAIR-Prinzipien.

Prof. Dr. Iris Pigeot, Sprecherin des Leitprojekts Forschungsdatenmanagement und Data Science der U Bremen Research Alliance und des Bremer Datenkompetenzzentrums DataNord bei der Vorstellung des Datenraum Nordwest.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
Prof. Dr.-Ing. Uta Bohnebeck, Sprecherin des Bremer Datenkompetenzzentrums DataNord, veranschaulichte live, welche Dateninitiativen in der Region Nordwest verortet sind und wer mit wem zusammenarbeitet.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  

Keynotes und Diskussion

Keynote: "Der Mensch im Mittelpunkt: Voraussetzungen für die gelungene KI-Integration"

Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Professor für IT-Sicherheitsrecht der Hochschule Bremen; Wissenschaftlicher Direktor und Gründer des cyberintelligence.institute, Frankfurt a.M. / New York.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  

In seiner Keynote „Der Mensch im Mittelpunkt: Voraussetzungen für die gelungene KI-Integration“ betonte Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Professor für IT-Sicherheitsrecht an der Hochschule Bremen sowie wissenschaftlicher Direktor und Gründer des cyberintelligence.institute, die Rolle des Menschen im Zusammenspiel mit KI:

„Künstliche Intelligenz ist kein neuer Kollege, sondern ein Werkzeug. Sie kann Prozesse beschleunigen und unterstützen, aber die Verantwortung und die Bewertung bleiben beim Menschen. Entscheidend ist, dass wir KI bewusst, transparent und mit klaren Regeln einsetzen.“

Keynote: "Forschungsinfrastrukturen für und mit KI"

Prof. Dr.-Ing. Ulrike Lucke Professorin für Komplexe Multimediale Anwendungsarchitekturen am Institut für Informatik und Computational Science der Universität Potsdam   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  

Die infrastrukturelle Perspektive rückte Prof. Dr.-Ing. Ulrike Lucke in ihrer Keynote „Forschungsinfrastrukturen für und mit KI“ in den Fokus. Die Professorin für Komplexe Multimediale Anwendungsarchitekturen am Institut für Informatik und Computational Science der Universität Potsdam sowie stellvertretende Sprecherin des NFDI-Konsortiums NFDIxCS machte deutlich, dass leistungsfähige und vernetzte Strukturen eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen KI-Einsatz sind:

„Leistungsfähige Dateninfrastrukturen sind die Voraussetzung dafür, dass Künstliche Intelligenz in der Forschung wirksam eingesetzt werden kann. Diese Strukturen lassen sich jedoch nicht isoliert aufbauen. Erst durch enge Kooperationen in der Wissenschaftslandschaft entstehen gemeinsame Architekturen, die den Austausch von Daten ermöglichen und echte Fortschritte schaffen.“

Podiumsdiskussion: "Wie schaffen Forschungseinrichtungen die Voraussetzungen, dass KI in der Wissenschaft nicht nur praktisch, sondern auch verantwortungsvoll nutzbar ist?"

Die Podiumsdiskussion bewegte sich um praktische Fragen rund um den Einsatz von KI in Wissenschaft, aber auch Wirtschaft. Rechtliche Rahmenbedingungen, Compliance, aber auch Infrastrukturfragen bewegten das Publikum.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance  

Deutlich wurde über alle Beiträge hinweg: Zukunftsfähige Forschung im digitalen Zeitalter gelingt nur gemeinsam. Der Datenraum Nordwest, DataNord und die U Bremen Research Alliance stehen für einen kooperativen Ansatz, der Einzellösungen überwindet. Der Aufbau von Datenkompetenzen ist zentral, um die Potenziale von Künstlicher Intelligenz zu nutzen und zugleich ihre Grenzen realistisch einschätzen zu können. Gleichzeitig gewinnen rechtliche Rahmenbedingungen, Compliancefragen und geopolitische Aspekte an Bedeutung – etwa mit Blick auf Datensouveränität, Speicherorte und den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Informationen.

Von l.n.r.: Prof. Dr. Michal Kucera, Prof. Dr. Iris Pigeot, Prof. Dr.-Ing. Uta Bohnebeck, Karolina Kumar, Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, Prof. Dr. Rolf Drechsler, Christina Beckers, Prof. Dr.-Ing. Rainer Fechte-Heinen, Prof. Dr.-Ing. Ulrike Lucke   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance

Weitere Eindrücke der Abendveranstaltung

Der Tag der Forschungsdaten fand in der Kassenhalle im Forum Domshof in Bremen statt.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
Von l.n.r. Prof. Dr. Iris Pigeot (Sprecherin des Leitprojekts Forschungsdatenmanagement und Data Science der U Bremen Research Alliance und des Bremer Datenkompetenzzentrums DataNord), Prof. Dr. Michal Kucera (Konrektor für Forschung und Transfer der Universität Bremen), Prof. Dr.-Ing. Uta Bohnebeck (Sprecherin des Bremer Datenkompetenzzentrums DataNord) und Christina Beckers (Teamleitung Informationsinfrastrukturen, Forschungsinformationssystem, Referat Forschung und Transfer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg).   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
Die Veranstaltung war vollständig ausgebucht. Die Gäste kamen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
v.l.n.r.: Prof. Dr. Iris Pigeot, Prof. Dr. Oliver Glöckner, Prof. Dr.-Ing. Rainer Fechte-Heinen, Prof. Dr. Michal Kucera, Prof. Dr. Rolf Drechsler, Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Prof. Dr.-Ing. Ulricke Lucke, Christina Beckers und Prof. Dr.-Ing. Uta Bohnebeck   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
Staatsrätin Karolina Kumar im Austausch mit Prof. Michal Kucera und Christina Beckers.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
Speaker:innen, Gäste und das Team der UBRA sowie DataNord.   © Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance
© Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance

Weitere Artikel und Informationen

So war der Tag der Forschungsdaten in 2025, 2024 und 2023

© Merle El-Khatib / U Bremen Research Alliance

Das war Tag der Forschungsdaten 2025!

Bereits zum dritten Mal fand der Bremer „Tag der Forschungsdaten“ statt, veranstaltet von der U Bremen Research Alliance im Rahmen des interdisziplinären Bremer Datenkompetenzzentrums DataNord. Die ganztägige Veranstaltung am 11. Juni 2025 unter dem Motto „FAIR future skills“ bot den insgesamt über 300 Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit Fachleuten auszutauschen sowie praxisnahe Kompetenzen im Umgang mit Forschungsdaten zu erwerben.

© Shanice Allerheiligen / U Bremen Research Alliance

Tag der Forschungsdaten 2024

Am 18. Juni 2024 veranstaltete die U Bremen Research Alliance (UBRA) mit ihren Mitgliedsinstitutionen und weiteren Initiativen den zweiten Tag der Forschungsdaten unter dem Motto „Storing and using research data. Responsibly. Together.“ Der Tag der Forschungsdaten (TdF) in Bremen bot allen Forschenden sowie Fachkräften in Verwaltung und Technik Einblicke in bewährte Verfahren und aktuelle Herausforderungen im Umgang mit Forschungsdaten. Dabei tauschten sich die Teilnehmenden mit Datenexpert:innen und Kolleg:innen verschiedener Disziplinen aus.

 

Tag der Forschungsdaten 2023

Am 07. Juni 2023 veranstalteten die Mitglieder der U Bremen Research Alliance gemeinsam den "Tag der Forschungsdaten“. Die Eröffnung fand am Vorabend in Form einer öffentlichen Veranstaltung im Haus der Wissenschaft statt. Der TDF soll in der gesamten Allianz und durch Einbindung von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zukünftig jährlich auf die Wichtigkeit eines FAIRen Umgangs mit Forschungsdaten sowie zeitgemäßen Forschungsdatenmanagements hinweisen und Good Practices teilen.

In DataNord kooperieren

Alfred-Wegener-Institut
BIBA
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
Deutsches Schifffahrtsmuseum
DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen
DLR Institut für Raumfahrtsysteme
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Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme
Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin
Hochschule Bremen
ifib
Leibniz-Institut für Präventionsforschung
Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung
Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie
Universität Bremen

DataNord wird gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und finanziert von der der Europäischen Union - NextGenerationEU.