Von Aylin Krieger
23. Mär 2026

Karolina Kumar hob die innovativen Entwicklungen in kognitiver und KI-basierter Robotik und menschenzentrierten Systemen hervor, die Vertrauen, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit in den Mittelpunkt der bremischen Forschung stellen. Zudem betonte sie die Bedeutung und den Wert der europäischen Zusammenarbeit.
Der Abend stand zugleich im Zeichen der internationalen KI-Konferenz IJCAI-ECAI 2026, die vom 15. bis 21. August 2026 in Bremen stattfinden wird und zu den weltweit bedeutendsten Konferenzen der KI-Forschung zählt. Prof. Dr. Tanja Schultz und Dr.-Ing. Monika Michaelis, beide Chairs des Local Arrangements Committee, betonten, dass das Bremer KI-Ökosystem eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Bewerbung Bremens war. Neben dem aktuellen Planungsstand stellten sie auch den „Summer of AI“ vor, der die IJCAI-ECAI 2026 durch zusätzliche wissenschaftliche und outreach-orientierte Formate in Bremen begleiten wird.
Europäische Perspektive
In einem Impuls stellte Eszter Fay, Policy Officer bei DG Research & Innovation der Europäischen Kommission, die neue „European Strategy for Artificial Intelligence in Science“ vor. Mit der Initiative RAISE („Resource for AI Science in Europe“) will die Kommission den Zugang zu Rechenkapazitäten, Daten und Forschungsförderung verbessern und die europäische Zusammenarbeit im Bereich „AI in Science“ stärken.

Ein zentrales Motiv des Vortrags war dabei die Frage nach Talenten: Die Gewinnung und Bindung exzellenter Wissenschaftler:innen und KI-Fachkräfte wurde als eine der wichtigsten Voraussetzungen benannt, um Europas Wettbewerbsfähigkeit in diesem Feld zu sichern. Zudem machte Fay deutlich, dass die Kommission die Auswirkungen des AI Act auf die Forschung eng begleitet und hierzu weitere Orientierung für die Wissenschaft erarbeiten will.
Forschung, Anwendung und Innovation aus Bremen
Tanja Schultz, Professorin für Kognitive Systeme an der Universität Bremen, stellte neben dem Bremer KI-Ökosystem das Projekt „Biosignals-HUB“ vor. Ziel ist der Aufbau einer Infrastruktur zur Erhebung und Auswertung alltagsnaher Biosignale als Grundlage für menschzentrierte KI-Anwendungen. Entwickelt werden dafür mobile Sensorsysteme sowie eine zentrale Speicher- und Recheninfrastruktur. Im Zentrum stehen dabei Datenhoheit und verantwortungsvolle Nutzung: Die Kontrolle über sensible Biosignaldaten soll bei den Individuen verbleiben und ihre Verwendung ethischen und datenschutzrechtlichen Vorgaben folgen, um einen Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen.

Einblick in anwendungsnahe Forschung im Bremer KI-Ökosystem gab Dr.-Ing. Thomas Vögele vom Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Dort werden intelligente Robotersysteme unter anderem für Unterwasser-, Weltraum-, Industrie- und Assistenzanwendungen entwickelt. Im Zentrum des Vortrags stand die Bedeutung von „embodied AI“: KI soll nicht nur aus digitalen Daten lernen, sondern durch physische Interaktion mit der Umwelt.

Wie Forschung in marktfähige Innovation überführt werden kann, zeigte Dr. Maximilian Schmidt vom Bremer Start-up aisencia, einer Ausgründung aus der Universität Bremen. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Systeme für die digitale Hautpathologie, um diagnostische Abläufe angesichts steigender Hautkrebsfälle und eines wachsenden Mangels an Patholog:innen effizienter zu gestalten. Die zentrale Botschaft des Vortrags war dabei, dass die besten Ergebnisse nicht durch KI allein, sondern im Zusammenspiel von KI und pathologischer Expertise entstehen.
Weitere Eindrücke des Abends






