Exzellenzstrategie: Northwest Alliance setzt sich in dieser Runde nicht durch

U Bremen Research Alliance dankt allen an der Exzellenzbewerbung Beteiligten und knüpft an gestärkte Verbindungen im Nordwesten an

Die Northwest Alliance (NWA) der Universitäten Bremen und Oldenburg konnte sich in der aktuellen Runde der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern leider nicht als Exzellenzverbund durchsetzen. Der Wissenschaftsrat teilte am 2. Oktober in Bonn mit, welche Standorte künftig gefördert werden.

02. Okt 2026

© Derk Schönfeld / U Bremen Research Alliance

Für die U Bremen Research Alliance (UBRA) ist diese Entscheidung eine Enttäuschung. Und zugleich gilt: Der gemeinsame Aufbruch im Nordwesten war nicht umsonst. In den vergangenen Monaten ist viel entstanden, auf das die beteiligten Universitäten, Forschungseinrichtungen und Partner gemeinsam aufbauen können.

„Wir gratulieren den Gewinnern der neuen Exzellenzstandorte. Natürlich hätten wir uns für die Northwest Alliance auch dieses Ergebnis gewünscht. Das ist nun nicht der Fall und macht uns in diesem Augenblick sehr traurig.“, sagt Professorin Jutta Günther, Vorsitzende der U Bremen Research Alliance und Rektorin der Universität Bremen. In einem Punkt ist sie jedoch sicher: „An den Zielen der Northwest Alliance werden wir festhalten. Die länderübergreifende Zusammenarbeit geht weiter, auch und vor allem mit den außeruniversitären Instituten und gesellschaftlichen Akteuren.“

Unter dem Titel „Northwest Alliance: Connecting for Tomorrow“ hatten die Universitäten Bremen und Oldenburg im November 2025 ihren Antrag als Exzellenzverbund beim Wissenschaftsrat eingereicht. Der Antrag beschrieb die gemeinsame Zukunftsstrategie der beiden Universitäten für den Wissenschaftsraum Nordwestdeutschland und darüber hinaus – mit der Rijksuniversiteit Groningen als strategischer Partnerin. Im Frühjahr 2026 folgte die mehrtägige Vor-Ort-Begehung einer Kommission internationaler Fachgutachter:innen auf dem Bremer Campus.

Die U Bremen Research Alliance war in die Vorbereitung des Antrags und in die Vor-Ort-Begehung eingebunden. Als Zusammenschluss der Universität Bremen mit 13 außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Bremen und Bremerhaven konnte sie ihre Erfahrung in der strategischen Vernetzung von universitärer und außeruniversitärer Forschung sowie die Bremer Perspektive auf institutionenübergreifende Spitzenforschung einbringen.

„Die UBRA steht seit ihrer Gründung 2016 für diese Verbindung: exzellente Forschung über institutionelle Grenzen hinweg, gemeinsame strategische Entwicklung und starke Kooperationen in Bremen und darüber hinaus“, sagt Professor Rainer Fechte-Heinen, stellvertretender Vorsitzender der U Bremen Research Alliance und Vorsitzender des Direktoriums des Leibniz-IWT. „Auch wenn die Entscheidung anders ausgefallen ist, als wir es uns gewünscht haben: Was in Konzeptentwicklung, Antrag und Begehung gemeinsam erarbeitet wurde, bleibt.Die Zusammenarbeit zwischen Bremen, Oldenburg, Groningen, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen, dem Hanse-Wissenschaftskolleg sowie weiteren regionalen und internationalen Partnern hat bereits im Bewerbungsprozess noch weiter an Substanz gewonnen. Daran wird die U Bremen Research Alliance gemeinsam mit ihren Mitgliedern und Partnern anknüpfen.“

Der Bewerbung als Exzellenzverbund vorausgegangen war ein großer Erfolg in der Förderlinie Exzellenzcluster: Im Frühjahr 2025 erhielten die Universitäten Bremen und Oldenburg die Bewilligung von insgesamt vier Exzellenzclustern. Damit waren die Voraussetzungen für eine Bewerbung als Exzellenzverbund deutlich erfüllt.

Die Northwest Alliance wird ihre Zusammenarbeit weiterentwickeln. Auch die U Bremen Research Alliance wird gemeinsam mit ihren Mitgliedern beraten, wie die Impulse aus dem Bewerbungsprozess für die weitere strategische Vernetzung von universitärer und außeruniversitärer Forschung in Bremen und im Nordwesten Deutschlands fruchtbar gemacht werden können.

Über die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder

Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Universitäten stärken. Sie umfasst zwei Förderlinien:

Exzellenzcluster fördern thematische Spitzenforschung an einer Universität oder in Kooperation mehrerer Universitäten. Bundesweit werden derzeit 70 Cluster mit insgesamt 539 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre, die aktuelle Förderperiode begann Anfang 2026. Eine Weiterförderung ist möglich. In der Northwest Alliance werden vier Exzellenzcluster gefördert in den Bereichen Meeresforschung, Hörforschung, Tiernavigations- und Materialforschung. Drei Exzellenzcluster waren die Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzverbund. Auch in den Exzellenzclustern kooperieren universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen eng miteinander.

Exzellenzcluster der Universität Bremen:

Exzellenzcluster der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg:

Exzellenzuniversitäten erhalten eine institutionelle Förderung zur strategischen Weiterentwicklung ganzer Universitäten oder Hochschulverbünde. Voraussetzungen sind eine positive Evaluation nach sieben Jahren und die erneute Einwerbung der erforderlichen Zahl an Exzellenzclustern.

Informationen zur Exzellenzstrategie.