Daily Recap der IJCAI-ECAI 2026 und des Summer of AI in Bremen

Freitag, der 21. August, war der letzte Tag der IJCAI-ECAI 2026 im Congress Centrum Bremen. Zum eindrucksvollen Abschluss der gemeinsamen Konferenz standen Keynotes zu Reinforcement Learning in der Robotik und zur Initiative „IJCAI in the World“, eine lebhafte Podiumsdiskussion über Robotik, Ausstellungen, die letzte Postersession sowie die offizielle Abschluss- und Preisverleihungszeremonie auf dem Programm. Zu den Höhepunkten gehörten die Eröffnungskeynote von Jan Peters über den Erwerb motorischer Fähigkeiten in autonomen Systemen, Georgina Curtos Bericht zur Initiative „IJCAI in the World“ sowie die symbolische Übergabe an die Austragungsorte der kommenden Konferenzen.

Early Career Spotlight Talks

Die Early Career Spotlights (ECS) der IJCAI-ECAI 2026 gingen am Freitag zu Ende. Das Programm mit eingeladenen Vortragenden stellte herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vor, die bereits bedeutende Beiträge zur Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz geleistet haben und großes Potenzial für weitere wegweisende Arbeiten zeigen. Den Abschluss des Programms bildeten zwei spannende Vorträge von Wuyang Chen, Assistant Professor an der Simon Fraser University, und Aryan Deshwal, Assistant Professor an der University of Minnesota, Twin Cities.

Jan Peters über induktive Vorannahmen im Reinforcement Learning für Roboter

© IJCAI2026 / Jimi Liu  
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Zum Auftakt des Programms am Freitag widmete sich Jan Peters von der Technischen Universität Darmstadt und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) einer langjährigen Vision der KI-, Robotik- und Kognitionsforschung: autonomen Robotern, die Menschen im Alltag unterstützen können.

Roboter dazu zu befähigen, kontextabhängige Aufgaben zu erlernen, ist zwar ein entscheidender erster Schritt. Peters betonte jedoch, dass heutige Lernverfahren weiterhin an Grenzen stoßen, wenn sie auf hochdimensionale Manipulatoren und humanoide Systeme übertragen werden. Damit Roboter bereits aus wenigen Versuchen effizient lernen können, ohne unzählige unpraktikable Lösungswege auszuprobieren, müssen sie bestimmte Lösungen gezielt bevorzugen. Dafür benötigen sie starke „induktive Vorannahmen“.

Peters argumentierte, dass solche Annahmen auf grundlegenden Prinzipien der Robotik, Physik und Regelungstechnik beruhen müssen, damit sich die Ansätze erfolgreich auf neue Aufgaben übertragen lassen. Empirische Untersuchungen an verschiedenen physischen Systemen zeigten die Wirksamkeit dieses Ansatzes. Mithilfe domänenspezifischen Vorwissens konnten anthropomorphe Roboterarme ganz unterschiedliche motorische Fähigkeiten erlernen – von grundlegenden Aufgaben wie Ball-in-a-Cup und Paddeln bis hin zu schnellem Tischtennis, Jonglieren, komplexer Objektmanipulation und sogar Skateboardfahren.

Georgina Curto über „IJCAI in the World“

© IJCAI2026 / Jimi Liu  
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In ihrer Keynote am Nachmittag berichtete Georgina Curto vom United Nations University Institute in Macau über den aktuellen Stand der Initiative „IJCAI in the World“. Ziel der Initiative ist es, die wissenschaftliche Vernetzung und Teilhabe im Globalen Süden zu stärken.

Curto blickte auf drei Jahre kontinuierlicher Zusammenarbeit mit lokal getragenen Initiativen in Südafrika, Senegal, Ruanda, Uganda und Nigeria zurück und hob dabei Organisationen wie das Deep Learning Indaba hervor. Das jüngste IJCAI Symposium in Nigeria verzeichnete 175 Paper-Einreichungen aus 34 Ländern, wobei die meisten Beiträge aus Nigeria, Äthiopien und Kenia kamen. Die angenommenen Arbeiten sollen in einem speziellen IJCAI-Tagungsband veröffentlicht werden.

Curto rief die internationale Forschungsgemeinschaft dazu auf, Calls for Papers aktiv zu unterstützen und weiterzuverbreiten, um KI-Forschung weltweit zugänglicher zu machen.

Robotik-Panel: Klare Positionen, scharfe Debatten, wertvolle Einsichten

© IJCAI2026 / Jimi Liu  
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Zu den lebhaftesten Veranstaltungen der Konferenz gehörte eine Diskussionsrunde mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie zur Zukunft KI-gestützter Robotik. Das Panel verdeutlichte sowohl das Potenzial als auch die Herausforderungen beim Einsatz intelligenter Roboter unter realen Bedingungen – von privaten Haushalten und dem Gesundheitswesen bis hin zu industriellen Anwendungen und Unterwassereinsätzen.

Unter der Moderation von Elsa Andrea Kirchner von der Universität Duisburg-Essen und dem DFKI Robotics Innovation Center sowie unter dem Vorsitz von Diego Calvanese von der Freien Universität Bozen diskutierten Michael Beetz von der Universität Bremen, Peter Kampmann von der Rosenxt Group, Head of Subsea Solutions, und Jan Peters von der TU Darmstadt und dem DFKI zahlreiche Themen – von Foundation Models, der Fähigkeit von Robotern zu komplexen Schlussfolgerungen, Sicherheit, Erklärbarkeit und Mensch-Roboter-Interaktion bis hin zu begrenzten Energieressourcen, Sensortechnologien und regulatorischen Anforderungen.

Die Debatte machte eindrücklich deutlich, dass Fortschritt in Zeiten raschen technologischen Wandels davon abhängt, grundlegende Annahmen kritisch zu prüfen und unterschiedliche Standpunkte offen zu diskutieren. Konferenzen wie die IJCAI-ECAI bieten ein seltenes und wertvolles Forum, in dem Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen und Ländern genau solche Debatten auf hohem Niveau führen können.

Abschlussveranstaltung

© IJCAI2026 / Jimi Liu  
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Die offizielle Abschlussveranstaltung der IJCAI-ECAI 2026 begann mit der Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner der insgesamt 14 technischen Wettbewerbe durch Competitions Co-Chair Jochen Renz. Programme Chair Diego Calvanese präsentierte anschließend die abschließenden Konferenzstatistiken mit detaillierten Zahlen zu den Teilnehmenden, zur Verteilung der Themen sowie zur internationalen Herkunft der angenommenen Beiträge.

Die Konferenzleitung würdigte zudem wichtige Persönlichkeiten, die die Organisation der IJCAI maßgeblich mitgestaltet haben:

  • Führungswechsel: Kate Larson, Präsidentin des IJCAI Board of Trustees von der University of Waterloo und Google DeepMind, dankte Kristian Kersting von der TU Darmstadt für sein langjähriges Engagement als scheidender IJCAI Secretary-Treasurer und begrüßte offiziell Sriram Natarajan von der University of Texas at Dallas als seinen Nachfolger.
  • Neu gewählte Trustees: Als neue IJCAI Trustees wurden Ana Paiva von der Universität Lissabon und Min-Ling Zhang von der Southeast University bekannt gegeben.

Würdigung und Dank

© IJCAI2026 / Jimi Liu  
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Ein besonderer Dank galt allen Session Chairs, deren Moderation einen reibungslosen Ablauf der Diskussionen in den verschiedenen Konferenztracks gewährleistete. Ebenso herzlich gedankt wurde den engagierten Volunteers aus mehr als 50 Ländern, den gewissenhaften Gutachterinnen und Gutachtern sowie der gesamten internationalen Community, die dazu beiträgt, die Konferenz als eines der weltweit führenden Foren für wissenschaftlichen Austausch und als zentralen Treffpunkt der internationalen KI-Forschung zu erhalten.

IJCAI-ECAI 2026 General Chair Francesca Toni vom Imperial College London holte das gesamte Local Arrangements Team auf die Bühne. Besonderen Dank richtete sie an Vesna Sabljakovic-Fritz, IJCAI Executive Director & Executive Secretary, sowie an Francisco Cruz, IJCAI Chief Administrator & Program Committee Administrator in Chief / Brainful Labs SL, für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Durchführung der Konferenz.

Ausblick: ECAI 2027 und IJCAI 2027

Zum Abschluss wurden die kommenden Austragungsorte bekannt gegeben:

ECAI 2027: Manolis Koubarakis gab bekannt, dass Athen in Griechenland die 30. European Conference on Artificial Intelligence ausrichten wird.

IJCAI 2027: Vesna Sabljakovic-Fritz verkündete, dass die IJCAI 2027 vom 7. bis 13. August 2027 in Kyoto, Japan, stattfinden wird. Ergänzt wird die Konferenz durch eine Satellitenveranstaltung auf Hengqin Island vom 15. bis 17. August 2027.

IJCAI-ECAI 2026 Conference Chair Francesca Toni wünschte allen Teilnehmenden eine gute Heimreise und erklärte die gemeinsame 35. International Joint Conference on Artificial Intelligence und European Conference on Artificial Intelligence offiziell für beendet. Im Anschluss fand ein letzter Networking-Empfang zum Abschied statt.

KI hautnah – für die Öffentlichkeit

© IJCAI2026 / Jimi Liu  
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Als öffentliche Veranstaltung und Teil des Bremer „Summer of AI“ brachte die letzte AI Lounge am Freitag auf dem Domshof die Diskussion über Künstliche Intelligenz direkt in die Stadt. Dieses Mal stand das Thema „KI in der Arbeitswelt“ im Mittelpunkt.

Das von Katalina Kopka von der Universität Bremen organisierte Panel bestand aus Arved Steinhauer vom Zukunftszentrum Nord, Daniel Kühn von der Arbeitnehmerkammer Bremen, Ann-Kathrin Sobeck-Martens vom OFFIS – Institut für Informatik sowie Nico Autzen von neusta mobile solutions.

Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie KI sowohl die individuelle Arbeit als auch organisatorische Abläufe verändert. Im Mittelpunkt standen die wachsende Bedeutung lebenslangen Lernens, eine klare Kommunikation zwischen Führungskräften und Beschäftigten sowie die übereinstimmende Einschätzung, dass KI Berufsbilder und Aufgaben verändert, anstatt Arbeitsplätze lediglich zu beseitigen.

Die Panelistinnen und Panelisten betonten, dass Anpassungsfähigkeit seit jeher ein wesentlicher Bestandteil des beruflichen wie auch des persönlichen Lebens ist. Der entscheidende Unterschied der aktuellen KI-Welle besteht jedoch darin, dass Automatisierung zunehmend auch Wissensarbeit betrifft – also Bereiche, die von früheren, stärker auf manuelle Tätigkeiten ausgerichteten industriellen Umbrüchen deutlich weniger unmittelbar betroffen waren.

Kontakt

IJCAI-ECAI 2026 Local Press Office

Das Local Press Office der IJCAI-ECAI 2026 bündelt die Pressearbeit rund um die Konferenz in Bremen. Es wird getragen von der U Bremen Research Alliance, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) sowie den Publicity Chairs Prof. Dr. Ralf Möller (Universität Hamburg, Gesellschaft für Informatik) und Prof. Dr. Rolf Drechsler (Universität Bremen, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz).

Als zentrale Anlaufstelle für Medien begleitet das Press Office die IJCAI-ECAI 2026 kommunikativ und steht Medienvertreter:innen aus Bremen und ganz Deutschland ab sofort und während der Konferenz für Anfragen zur Verfügung.

E-Mail für Anfragen: press@2026.ijcai.org

© 2025 IJCAI

Über die U Bremen Research Alliance

Die U Bremen Research Alliance vereint die Universität Bremen mit dreizehn außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus allen vier großen deutschen Wissenschaftsorganisationen – der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft – sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Gemeinsam gestalten die Partnerinstitutionen einen abgestimmten Raum für Forschung, Infrastruktur und Innovation – „von der Tiefsee bis ins Weltall“.