Am Montag ging das Workshop- und Tutorialprogramm der IJCAI-ECAI 2026 zu Ende – und zugleich begann der Übergang zur Hauptkonferenz. Während sich die Teilnehmenden der Workshops aus ihren jeweiligen Forschungscommunities verabschiedeten, kamen bereits zahlreiche weitere internationale Gäste in Bremen an. Auf dem Programm standen 13 Workshops und zehn Tutorials sowie das Diversity-Event „Global South AI“. Ein weiterer Schwerpunkt des Tages war das Doctoral Consortium für Nachwuchswissenschaftler:innen.
Das Doctoral Consortium brachte 17 angenommene Extended Abstracts aus zwölf Ländern mit zwölf erfahrenen Mentor:innen und drei Panelisten zusammen. Nachwuchsforschende konnten ihre Arbeiten vorstellen und diskutieren, Karrierewege erkunden und Kontakte innerhalb der internationalen Forschungsgemeinschaft knüpfen.
Beim offenen Career Panel mit Prof. Anthony Cohn (University of Leeds), Prof. Toby Walsh und Prof. Dr. Michael Thielscher (beide UNSW Sydney) ging es unter anderem um Wechsel zwischen Wissenschaft und Industrie, den zunehmenden Druck auf das wissenschaftliche Begutachtungssystem und den Einsatz von KI im Peer Review. Prof. Walsh betonte, dass nur wenige Karriereentscheidungen tatsächlich unumkehrbar seien und sich kalkulierte Risiken lohnen könnten.
Auch die wachsende Zahl wissenschaftlicher Einreichungen wurde thematisiert. Prof. Anthony Cohn warnte vor dem sogenannten „Salami Slicing“, bei dem Forschungsprojekte in möglichst kleine Publikationseinheiten aufgeteilt werden und dadurch an Qualität verlieren können. Prof. Dr. Michael Thielscher verwies darauf, dass der Einsatz von Large Language Models im Peer Review bislang schlechtere Ergebnisse liefere als die Begutachtung durch Menschen. Die Panelisten ermutigten Nachwuchsforschende zudem, sich früh selbst in die wissenschaftliche Community einzubringen – etwa als Reviewer oder bei der Organisation von Workshops – und sich auch gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit zu Fragen von Sicherheit und Ethik zu Wort zu melden.






Am Abend hielt Prof. Toby Walsh im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft die öffentliche IJCAI-ECAI 2026 AI Lecture „The AI Race“. Alexa von Busse moderierte die AI Lecture und führte das Publikum durch das Programm des Abends. Die mit 150 Gästen ausgebuchte Veranstaltung wurde von Bremens Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Dr. Henrike Müller, eröffnet. Sie rief zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz auf.
Anschließend hob Prof. Dr. Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen und Vorsitzende der U Bremen Research Alliance, flache Hierarchien und gelebte Interdisziplinarität als besondere Stärke Bremens hervor.
In seinem Vortrag zeigte Prof. Walsh zunächst anhand von Beispielen aus Medizin, Bildung und Prävention, wie KI bereits heute gesellschaftlichen Nutzen stiften kann – etwa bei der Entwicklung neuer Antibiotika, durch personalisierte digitale Bildungsangebote oder mithilfe von Smartphone-Anwendungen, die gefährliche Meeresströmungen erkennen.
Gleichzeitig warnte Prof. Walsh davor, die Risiken von KI vor allem in Science-Fiction-Szenarien einer außer Kontrolle geratenen Superintelligenz zu suchen. Die drängenderen Gefahren seien bereits heute sichtbar – etwa wenn Tech-Unternehmen unzureichend abgesicherte Chatbots auf den Markt bringen, urheberrechtlich geschützte Werke ohne Zustimmung für KI-Systeme nutzen oder an KI-generierten Betrugsanzeigen verdienen. Auch die Politik nahm Prof. Walsh in die Pflicht: Es brauche wirksame Regeln und klare Verantwortlichkeiten, um die Fehler zu vermeiden, die bereits im Umgang mit sozialen Medien gemacht wurden.
In der anschließenden Diskussion sprachen Prof. Dr.-Ing. Tanja Schultz (Universität Bremen), Prof. Dr. Antonio Krüger (DFKI), Prof. Dr. Ralf Möller (Gesellschaft für Informatik) und Prof. Toby Walsh darüber, wie sich Forderungen nach mehr Verantwortung in der KI in konkrete und verbindliche Praxis überführen lassen.



Mit dem KI x Open Lab hat ein besonderer Teil des Bremer Summer of AI seine Türen geöffnet. Vom 17. bis 22.08.2026 wird die Kassenhalle im Forum am Domshof zur temporären Lernarena rund um Künstliche Intelligenz. Zur Eröffnung nahmen Staatsrätin Maike Frese, Staatsrätin Karolina Kumar, Universitätsrektorin Prof. Dr. Jutta Günther und Konrektor Prof. Dr. Michal Kucera das Lab gemeinsam mit dem Digital Impact Lab und den beteiligten Partnern in Betrieb.
Der gemeinsame Nenner: KI ist längst Teil von Alltag, Bildung, Forschung und Arbeit. Umso wichtiger ist es, Kompetenzen aufzubauen, Chancen zu nutzen und Risiken kritisch einzuordnen.
Das Lab richtet sich bewusst über die internationale Fachkonferenz hinaus an junge Menschen, Schulklassen, Auszubildende und die breite Öffentlichkeit. Vormittags besuchen Schulklassen das Digital Impact Lab (Anmeldung hier: https://impact-lab.eu/summer_of_ai). Von 13 – 17 Uhr geben täglich Vorträge, Panels, Exponate, Workshops und Mitmachstationen Einblicke in Themen wie KI in Medizin, Bildung, Beruf, Robotik, lernende Algorithmen und verantwortungsvolle KI-Nutzung.
Das vollständige Programm findet man auf der Website des KI x Open Lab (https://impact-lab.eu/summer-of-ai-programm).
Zum Abschluss des Tages kam die internationale IJCAI-ECAI-Community bei der Welcome Reception im Übersee-Museum Bremen zusammen. Zwischen wissenschaftlichen Entdeckungen, Exponaten und Geschichten bot der Abend Raum für Begegnungen und Gespräche und markierte zugleich den gemeinsamen Auftakt zur Hauptkonferenz.
Kontakt
IJCAI-ECAI 2026 Local Press Office
Das Local Press Office der IJCAI-ECAI 2026 bündelt die Pressearbeit rund um die Konferenz in Bremen. Es wird getragen von der U Bremen Research Alliance, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) sowie den Publicity Chairs Prof. Dr. Ralf Möller (Universität Hamburg, Gesellschaft für Informatik) und Prof. Dr. Rolf Drechsler (Universität Bremen, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz).
Als zentrale Anlaufstelle für Medien begleitet das Press Office die IJCAI-ECAI 2026 kommunikativ und steht Medienvertreter:innen aus Bremen und ganz Deutschland ab sofort und während der Konferenz für Anfragen zur Verfügung.
E-Mail für Anfragen: press@2026.ijcai.org
Über die U Bremen Research Alliance
Die U Bremen Research Alliance vereint die Universität Bremen mit dreizehn außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus allen vier großen deutschen Wissenschaftsorganisationen – der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft – sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Gemeinsam gestalten die Partnerinstitutionen einen abgestimmten Raum für Forschung, Infrastruktur und Innovation – „von der Tiefsee bis ins Weltall“.



