Am 9. Juli 2025 fand die U Bremen Research Alliance Conference zum Thema „Maritime Kreislaufwirtschaft“ am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), einer Mitgliedseinrichtung der UBRA, statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen zentrale Forschungsfragen im Zusammenhang mit der gemeinsam vom Leibniz-ZMT und der Universität Bremen beantragten Förderung als Leibniz-Wissenschafts-Campus. Diskutiert wurde unter anderem, wie maritime Stoffkreisläufe geschlossen, Schiffe, Häfen und Küstenregionen ressourcenschonend und zukunftsfähig gestaltet sowie nachhaltige wirtschaftliche Perspektiven und innovative Geschäftsmodelle entwickelt werden können.

Von Merle El-Khatib

29. Jan 2026

ZMT-Direktor Prof. Dr. Raimund Bleischwitz spricht zur Maritimen Kreislaufwirtschaft.   © Andrea Daschner, Leibniz-ZMT

Unsere Meere sind Lebensquellen, Transportwege, und Nahrungsgrundlage, und durch den globalen Klimawandel und menschliche Einflussnahme enorm bedroht. Ressourcenverknappung und Umweltverschmutzung zeigen, das bisherige Wirtschaftsmodelle durch zukunftsfähige Lösungen transformiert und ergänzt werden müssen, nicht nur hier in Europa – sondern weltweit. Doch hier in Bremen werden neue Konzepte mitentwickelt, die Sustainability und technische Innovation miteinander verbinden, und mögliche Lösungswege für eine nachhaltigere Zukunft aufzeigen können: die Maritime Kreislaufwirtschaft.

Das Leibniz Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) und die Universität Bremen haben im Rahmen der U Bremen Research Alliance gemeinsam mit weiteren Wissenschaftler:innen aus dem Bereich der Materialwissenschaften, Umwelttechnologie, und der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften - sowie durch vorangegangene Gespräche mit Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik - die Grundlage für die erfolgte Beantragung eines neuen Leibniz-Science-Campus zu Maritime Circular Economy (LSC-MCE) geschaffen. Im Rahmen des beantragten Wissenschaftscampus sollen gezielt neue Ideen und Lösungen entstehen, welche die Art der Produktion, Ressourcenschutz und den Umgang mit der Meeresumwelt grundlegend verändern können.

UBRA als Impulsgeber für eine nachhaltigere Meereszukunft

Bremen besitzt durch seine maritime Tradition, seine starke Wissenslandschaft, und durch innovative Unternehmenskultur ideale Voraussetzungen, um diese Transformation entscheidend mit auf den Weg zu bringen. Der beantragte Wissenschaftscampus könnte diese Stärken effektiv nutzbar machen und verknüpfen und Bremen damit zu einem Hub für maritime Nachhaltigkeit und Innovationskraft machen – mit potentiell positiven internationalen Auswirkungen und Vorbildfunktion.

Hierzu legte die U Bremen Research Alliance Conference „Maritime Kreislaufwirtschaft“ als Auftaktkonferenz einen entscheidenden Grundstein.

© Hans-Werner Eberhardt, plan2/dobben united / ZMT

Eine solche Transformation durch Maritime Kreislaufwirtschaft denkt soziale und ökologische Ziele, Technologie, und Wirtschaft zusammen, und untersucht wie beispielsweise Materialien aus Schiffen oder Offshore-Energie Anlagen umweltgerecht und verträglich verwertet werden können. Auch neue biologisch abbaubare Materialien und Werkstoffe, sowie Fortschritte in Digitalisierung und Technologie ist erforderlich, um Materialströme sinnvoller zu gestalten und zu steuern.

Die Resonanz und das Interesse an Mitwirkung zu diesem Thema war groß, und resultierte in der Gründung eines starken Netzwerks aus Interessent:innen verschiedenster Hintergründe.  Die Vision: gemeinsam eine blau-grüne Transformation auf den Weg bringen, die Expert:innen inter- und transdisziplinär miteinander in den Austausch bringt.

Global denken, lokal handeln

Doch die Initiative endet nicht hier, sondern diskutiert auch ganz gezielt lokale und international relevante Bildungs- und Förderungsprogramme, sowie internationale Kooperation und Partnerschaften, die den wissenschaftlichen Output dann ganz konkret in realer Kooperation und Kapazitätsentwicklung verankern sollen. Damit greifen Forschung und Innovation ineinander, und schaffen die Möglichkeit für reale Anwendungsbereiche und konkrete lokale Relevanz. In Bremen könnten so wichtige Strukturen gebildet werden, die bei erfolgreicher Umsetzung international rezipiert werden können und hoffentlich zu bedeutsamen Wandel und dem Erreichen von sozialen, ökologischen, und wirtschaftlichen Zielsetzungen beizutragen vermögen – insbesondere beim Schaffen von fairen Wertschöpfungsketten, den Austausch von Wissen und Expertise, und Kooperation auf Augenhöhe von betreffend. Günstig hierfür ist besonders auch die enge Verknüpfung mit gegenwärtig zentralen politischen Strategien – von der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (2024) über die Blue Economy Initiative, bis hin zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs). Bremen ist bereit, sich damit im Zentrum dieser globalen Anstrengungen zu positionieren, und dabei zu zeigen, wie wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können.

Beteiligte Kooperationspartner

Universität Bremen
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung