Künstliche Intelligenz im Fokus: IJCAI-ECAI 2026 verbindet Spitzenforschung, Anwendung und Stadtgesellschaft in Bremen

Mit mehreren Tausend Teilnehmenden aus über 40 Ländern wurde Bremen für eine Woche zum Treffpunkt der internationalen KI-Forschung. Die IJCAI-ECAI 2026 verband Spitzenforschung zu Agentic AI, Robotik und Machine Learning mit Debatten über Regulierung, Anwendung und gesellschaftliche Verantwortung.

Bremen, 25. August 2026. Eine der wichtigsten internationalen KI-Konferenzen ist in Bremen zu Ende gegangen. Die 35. International Joint Conference on Artificial Intelligence, in diesem Jahr gemeinsam mit der European Conference on Artificial Intelligence ausgerichtet, brachte vom 15. bis 21. August Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft zusammen. Das Hauptprogramm vom 18. bis 21. August im Congress Centrum Bremen wurde flankiert durch vorgelagerte Workshops und Tutorials sowie öffentliche Veranstaltungen.

Die zehn am stärksten vertretenen Länder waren China, Deutschland, die Vereinigten Staaten, Korea, das Vereinigte Königreich, Japan, Italien, Frankreich, die Niederlande und Polen. Zu den stärksten Forschungsbereichen nach Anzahl der eingereichten Beiträge zählten Computer Vision, Machine Learning und Data Mining. Insgesamt wurden 858 Beiträge aus 6.342 Full Submissions für das Programm angenommen. Die Annahmequote von 13,53 Prozent unterstreicht den hohen wissenschaftlichen Anspruch der Konferenz.

Die Konferenz machte drei Linien aktueller KI-Forschung besonders sichtbar: Erstens rücken Agentic AI, Multi-Agenten-Systeme und Robotik weiter in den Mittelpunkt. Zweitens wächst der Bedarf an nachvollziehbaren, sicheren und regulierbaren KI-Systemen. Drittens wird KI zunehmend als gemeinsame Gestaltungsaufgabe von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verstanden.

Spitzenforschung und Verantwortung

Drei IJCAI-26-Awardees setzten besondere Akzente: Prof. Nicholas R. Jennings, Loughborough University, erhielt den IJCAI-26 Award for Research Excellence für seine grundlegenden Beiträge zu Multi-Agenten-Systemen, Human-Agent Teamwork und autonomen Agenten. Prof. David C. Parkes, Harvard University, wurde mit dem IJCAI-26 John McCarthy Award ausgezeichnet und sprach über Agent Societies sowie die Rolle von Mechanismen, Anreizen und Institutionen für das Zusammenwirken intelligenter Systeme. Jiajun Wu, Assistant Professor an der Stanford University, erhielt den IJCAI-26 Computers and Thought Award und zeigte, wie Computer Vision, generative KI und Robotik Maschinen helfen können, Geometrie, Materialeigenschaften und physische Beziehungen in Szenen besser zu erfassen.

Die Session zum EU AI Act zeigte die politische Dimension verantwortungsvoller KI. Jeroen Delfos von der Europäischen Kommission erläuterte den Übergang von der Gesetzgebung zur praktischen Umsetzung und machte deutlich, wie Wissenschaft und Industrie diesen Prozess mitgestalten können, etwa über Standardisierung, Codes of Practice, Expert Task Forces und Stakeholder Consultations.

Austausch, Nachwuchs und Transfer

Die IJCAI-ECAI 2026 bot vielfältige Formate für wissenschaftlichen Austausch und Transfer. Poster Sessions ermöglichten direkte Gespräche über aktuelle Forschungsarbeiten und gaben auch Vertreter:innen aus Wirtschaft und Transfer Einblicke in neue KI-Anwendungen, Modelle und Forschungsperspektiven. Die Early Career Spotlight Talks machten herausragende Nachwuchsforschung sichtbar und regten den Austausch mit der internationalen Fachcommunity an.

Mit dem Industry Day und vier Guided Tours durch die Ausstellung rückte die Anwendung in den Fokus. Internationale Unternehmen wie DeepL, T-Systems und SAP, Bremer Start-ups wie Count from Above, ellamind und prokube sowie Akteur:innen aus der Region diskutierten, wie KI-Forschung in konkrete Anwendungen, Infrastrukturen und Geschäftsprozesse übersetzt werden kann.

„Summer of AI“ in Bremen

Unter dem Bremer Leitmotiv „Summer of AI“ wurde Künstliche Intelligenz auch öffentlich diskutiert. Das KI x Open Lab im Forum am Domshof machte KI für Schulgruppen, Auszubildende und die interessierte Öffentlichkeit erfahrbar. Ergänzend boten das Panel „New Directions for Safe AI Agents“ und die AI Lecture „The AI Race“ von Prof. Toby Walsh Bürger:innen die Gelegenheit, zentrale Fragen zu Sicherheit, Governance und Verantwortung im Umgang mit KI aus internationaler Perspektive zu diskutieren.

Die gut besuchten AI Lounges auf der Open Space Bühne auf dem Domshof griffen KI-Fragen aus Medien, Verwaltung, Bildung und Arbeitswelt auf. Über alle Themen hinweg ging es darum, wie KI verantwortungsvoll so eingesetzt werden kann, dass sie Vertrauen schafft, Teilhabe ermöglicht und menschliche Entscheidungshoheit wahrt. Die vielen Fragen aus dem Publikum zeigten das große öffentliche Interesse an verständlicher Einordnung und offenem Dialog.

Von Bremen nach Japan

Mit der Closing Ceremony endete die IJCAI-ECAI 2026 in Bremen. Zugleich wurde der Blick auf die kommenden Konferenzen gerichtet: Die ECAI 2027 findet in Athen, Griechenland, statt. Die IJCAI 2027 wird vom 7. bis 13. August 2027 in Kyoto, Japan, ausgerichtet, ergänzt durch ein Satelliten Event auf Hengqin Island (China) vom 15. bis 17. August 2027.

IJCAI-ECAI 2026: Anerkennung für den Wissenschaftsstandort Bremen

Die hohe Bedeutung der Konferenz für Bremen zeigte sich auch in der politischen Präsenz: Dr. Andreas Bovenschulte, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, bei der Eröffnung der Konferenz:

„Mit der IJCAI-ECAI ist eine der wichtigsten internationalen Konferenzen zur Künstlichen Intelligenz in Bremen zu Gast. Dass die Organisatoren der Konferenz sich für Bremen entschieden haben, ist für den Wissenschafts- und Technologiestandort nicht weniger als ein Ritterschlag. So wird nicht nur deutlich, welche Impulse von Künstlicher Intelligenz für Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft ausgehen, sondern auch welche hervorragenden Voraussetzungen der Standort Bremen den Forschenden und der Wirtschaft bereits heute bietet.“

Wissenschaftssenatorin Dr. Henrike Müller sprach das Grußwort bei der öffentlichen AI Lecture von Toby Walsh in der Bremischen Bürgerschaft. Beim Netzwerkempfang am Bremen Stand wurde zudem der Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gezielt vertieft.

Die IJCAI-ECAI 2026 hat Bremen international als starken Standort für KI-Forschung, Anwendung und verantwortungsvollen Dialog sichtbar gemacht. Die Konferenz zieht weiter, doch ihre zentralen Themen bleiben in Bremen auf der Agenda: exzellente Forschung, Transfer in die Anwendung und der offene Austausch darüber, wie Künstliche Intelligenz menschzentriert, nachvollziehbar und zum Nutzen der Gesellschaft gestaltet werden kann.

Weitere Informationen:

Programm Summer of AI

Tagesrüblick zur IJCAI vom Montag, 17.08.2026

Tagesrüblick zur IJCAI vom Dienstag, 18.08.2026

Tagesrüblick zur IJCAI vom Mittwoch, 19.08.2026

Tagesrüblick zur IJCAI vom Donnerstag, 20.08.2026

Tagesrückblick zur IJCAI vom Freitag, 21.08.2026

© 2025 IJCAI

Impressionen der IJCAI-ECAI 2026

Eröffnung der IJCAI-ECAI 2026 in Bremen.   © IJCAI 2026 / Jimi Liu  
Dr. Andreas Bovenschulte, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, begrüßte das internationale Fachpublikum.   © IJCAI 2026 / Jimi Liu  
Prof. Toby Walsh bei der öffentlichen AI Lecture "The AI Race" im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft.   © IJCAI 2026 / Franziska Lohse  
Begleitend zur Konferenz fanden von Dienstag bis Freitag öffentliche AI Lounges auf der Open Space Bühne auf dem Domshof in Bremen statt. Themen waren: KI x Medien, KI x Verwaltung, KI x Bildung und KI x Arbeitswelt.   © Jimi Liu / U Bremen Research Alliance  

Über die U Bremen Research Alliance

Die U Bremen Research Alliance vereint die Universität Bremen mit dreizehn außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus allen vier großen deutschen Wissenschaftsorganisationen – der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft – sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Gemeinsam gestalten die Partnerinstitutionen einen abgestimmten Raum für Forschung, Infrastruktur und Innovation – „von der Tiefsee bis ins Weltall“.

Kontakt

IJCAI-ECAI 2026 Local Press Office

Das Local Press Office der IJCAI-ECAI 2026 bündelt die Pressearbeit rund um die Konferenz in Bremen. Es wird getragen von der U Bremen Research Alliance, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) sowie den Publicity Chairs Prof. Dr. Ralf Möller (Universität Hamburg, Gesellschaft für Informatik) und Prof. Dr. Rolf Drechsler (Universität Bremen, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz).

Als zentrale Anlaufstelle für Medien begleitet das Press Office die IJCAI-ECAI 2026 kommunikativ und steht Medienvertreter:innen aus Bremen und ganz Deutschland ab sofort und während der Konferenz für Anfragen zur Verfügung.

E-Mail für Anfragen: press@2026.ijcai.org